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Das Mikrofon – vom einfachen Modell zum HiTech-Gerät


2011
09.23

Mikrofone dienen zum Umwandeln akustischer in elektrische Signale. Schallwellen stoßen auf eine dünne Membran und versetzen diese in Schwingungen, welche auf unterschiedliche Weise in elektrische Spannungen umgewandelt werden. Diese Energie wird verstärkt und an Lautsprecher oder Kopfhörer übertragen, sodass die aufgenommenen Töne ohne größere Veränderungen wiedergegeben werden.

Die geschichtliche Entwicklung des Mikrofons

Das Mikrofon wurde parallel zum Telefon entwickelt und meist wird Alexander Graham Bell, der 1876 ein Patent darauf anmeldete, als Erfinder angegeben. Auch Philipp Reis, Fritz Sennheiser, Emil Berliner und andere Forscher hatten wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Mikrofons. Als man erkannte, dass Kohle die Membranschwingungen einfach in elektrische Energie umwandeln kann, entstand Ende des 19. Jahrhunderts das Kohlemikrofon. Dieses wurde 1923 durch Georg Neumann bezüglich der Klangqualität entscheidend verbessert und einige Jahre später entwickelte er das Kondensatormikrofon. 1962 entstand als Variante davon das sogenannte Elektretmikrofon, welches heute weltweit mit 90 % Marktanteil am häufigsten eingesetzt wird.

Die Unterscheidung der Mikrofone

Mikrofone unterscheiden sich hauptsächlich bezüglich der Wandlerprinzipien, der Bauform der Kapsel und dem Übermittlungsmedium. Beim dynamischen Mikrofon erfolgt nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion eine Spannungsänderung. Diese Mikrofone sind zuverlässig, robust und arbeiten ohne externe Stromversorgung. In Kondensatormikrofonen dienen die Membran und eine feste Metallplatte als Kondensator und bei Bewegung wird aus der Kapazitätsänderung das elektrische Signal gewonnen. Diese Mikrofone, insbesondere die weiterentwickelten Elektretmikrofone, haben einen sauberen, klaren Klang mit besonderer Detailtreue.

Bezüglich der Bauform unterscheidet man zwischen Kugel-, Nieren- und Richtrohrmikrofonen. Kugelmikrofone nehmen den Schall aus allen Richtungen gleichmäßig auf, sind aber nur den Nahbereich geeignet, da sonst auch Störgeräusche aufgenommen werden. Nierenmikrofone nehmen den Schall hauptsächlich von vorn auf und sollten sorgfältig auf die Schallquelle ausgerichtet werden. Richtrohrmikrofone werden eingesetzt, wenn man nicht nahe genug an die Schallquelle herankommt, und werden meist bei Film und Fernsehen verwendet.
Mikrofone arbeiten entweder kabelgebunden oder per Funkübertragung.